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Schmetterlinge: Metamorphose und Glasflügel

Kokons des Schmetterlings Rothschildia Lebeau
Rothschildia Lebeau, Kokons

An einem kalten, regnerischen Januartag gönne ich mir einen Besuch im tropischen Schmetterlingshaus. Ein kleiner Bericht über Metamorphose und Schmetterlinge mit transparenten Flügeln.
Im Eingangsbereich steht ein Kasten mit Schmetterlingskokons verschiedener Spezies. Besonders interessant einige Kokons der Rothschildia Lebeau, die ich hier bisher nur einmal gesehen habe. 
Rothschildia zählen zur Familie der Pfauenspinner. Ihr Körper, auch die Flügel, wirken bei näherer Betrachtung wie mit einem feinen Pelz überzogen. Mit einer Größe von 11-13 cm sind diese Schmetterlinge ziemlich imposant. 
Tatsächlich habe ich an einem Gitter oberhalb einer Tür ein Exemplar gesichtet und fotografiert. Zugegebenermaßen ist der Hintergrund des Bildes nicht gerade besonders fotogen, aber er macht die dreieckigen "Fenster" - also die transparenten Stellen auf den Flügeln - gut sichtbar. 

 

 

 

Ein Schmetterling der Gattung Rothschildia Lebeau mit durchsichtigen Dreiecken auf den Flügeln
Rothschildia Lebeau

Rothschildia sind verbreitet in Süd- und Mittelamerika bis in die südlichen Vereinigten Staaten von Amerika. 
Hier findet ihr mehr Informationen: wikipedia.org/wiki/Rothschildia

Ebenfalls spannend sind die Glasflügelfalter. Deren Flügel sind fast komplett durchsichtig, und der orangefarbene Rand wirkt wie ein Fensterrahmen. Sie sind nicht leicht zu fotografieren, da man sie ja erst einmal entdecken muss ;-) Im Flug ist es fast unmöglich, ein Exemplar fotografisch zu erwischen.

 

Interessant ist der Aufbau der transparenten Flügel der Glasflügelfalter.  Im Prinzip steht diese in Zusammenhang mit sogenannten "Nanosäulen".

Der Artikel über Glasflügelfalter auf Wikipedia geht detaillierter auf die Physiologie der transparenten Flügel ein: Glasflügelfalter auf Wikipedia

 

 

 

 

Die Metamorphose - von der Raupe zum Schmetterling

Auf dem Foto sind einige Eier eines Bananenfalters an einem bereits von geschlüpften Raupen abgefressenen Blatt einer Bananenpflanze zu sehen. Die recht großen Bananenfalter sind im Schmetterlingshaus des Frankfurter Palmengartens häufig vertreten. Oft lassen sich an einer einzigen Bananenpflanze verschiedene Stadien des Bananenfalters entdecken, angefangen von den Eiern über kleine und dann schließlich bemerkenswert große Raupen. 

 

Eier eines Bananenfalters auf einem fast gänzlich von den Raupen abgefressenen Blatt einer Bananenpflanze
Eier des Bananenfalters
Die noch kleinen Raupen des Bananenfalters auf ihrer Wirtspflanze
Die noch kleinen Raupen des Bananenfalters auf ihrer Wirtspflanze
Kopf einer bereits etwa 8cm großen Raupe des Bananenfalters auf einem Bananenblatt.
Kopf einer bereits etwa 8cm großen Raupe des Bananenfalters auf einem Bananenblatt

Ist die Raupe schließlich groß und sattgefressen, hängt sie sich mit eigenproduziertem seidenen Faden an ihre Wirtspflanze und beginnt, sich in einen Kokon einzuspinnen und zu verpuppen. Dann beginnt das Wunder. Im Inneren des Kokons geschieht eine hochkomplexe Umwandlung. Die Raupe verflüssigt sich fast vollständig in eine Art "Raupensuppe", aus der sich der spätere Schmetterling neu zusammensetzt. Nachdem der Prozess abgeschlossen ist, durchbricht der Schmetterling den Kokon und schlüpft. 
Die Flügel sind noch klein und verschrumpelt und deren Adern müssen zunächst mit Blut und anschließend mit Luft gefüllt werden, damit sie sich zu flächigen Flügeln auffalten können, und anschließend trocknen, um auszuhärten.  
Fertig ist der Schmetterling.

 

Für die Cracks unter euch, die im Detail wissen wollen, was genau bei der Metamorphose vor sich geht, habe ich hier ein Video von MothHunters auf youtube verlinkt. Hier wird der Umwandlungsprozess im MRT (Magnetresonanztomografie) sichtbar gemacht. Und so ganz nebenbei auch noch erklärt, wie ein MRT Gerät funktioniert :-)

 

Es ist faszinierend, was die Natur so draufhat. Die Metamorphose ist denke ich einer der krassesten biologischen Prozesse überhaupt. Es gibt tausende Dinge, die wir uns als Menschen in der technischen Entwicklung von der Natur abgeguckt haben und noch so vieles, was wir noch noch gar nicht wissen oder entschlüsselt haben - es gibt noch vieles zu entdecken.

Nach der Verpuppung: Aus dem Kokon schlüpft ein fertiger Schmetterling (hier: ein Morphofalter)
Nach der Verpuppung: Aus dem Kokon schlüpft ein fertiger Schmetterling (hier: ein Morphofalter)
Geschlüpfte Morphofalter
Geschlüpfte Morphofalter
Weiße Baumnymphe
Weiße Baumnymphe

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